Erweiterung und Sanierung einer Mehrzweckhalle

Der Entwurf verbindet den bestehenden Gebäudekomplex mit einem zeitgemäßen Neubau und schafft dabei eine klare, zentrale Erschließung. Ein neuer Treppenraum mit Aufzug ermöglicht kurze Wege und einen barrierefreien Zugang zu sämtlichen Geschossen. Gleichzeitig können einzelne Gebäudebereiche unabhängig voneinander genutzt werden, ein wichtiger Vorteil für einen flexiblen Parallelbetrieb und unterschiedliche Veranstaltungen.

Der neu geschaffene Haupteingang bildet das verbindende Element zwischen Bestand und Erweiterung. Seine markante blaue Gestaltung greift die Identität von Weitenau auf und sorgt bereits aus der Distanz für eine eindeutige Orientierung. Alt- und Neubau werden dadurch selbstverständlich miteinander verknüpft, bleiben in ihrer architektonischen Sprache jedoch klar ablesbar.

Die neue Halle erhält eine vertikale Holzlamellenfassade, die den nachhaltigen Charakter des Gebäudes unterstreicht und zugleich auf die dahinterliegende Holzkonstruktion verweist. Der natürliche Werkstoff verleiht dem Neubau eine warme und hochwertige Erscheinung und setzt einen bewussten Kontrast zum Bestandsgebäude.

Großzügige Oberlichter versorgen beide Hallenbereiche zusätzlich mit natürlichem Tageslicht und schaffen eine angenehme Raumatmosphäre. Das reduziert den Bedarf an künstlicher Beleuchtung und trägt gleichzeitig zu einer hohen Aufenthaltsqualität bei.

Auch das Dach wird aktiv in das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept einbezogen. Südlich ausgerichtete Photovoltaikmodule ermöglichen die Nutzung regenerativer Energie. Je nach gestalterischen und technischen Anforderungen können alternative PV-Technologien in die Dach- und Fassadengestaltung integriert werden.

Eine extensive Dachbegrünung verbessert zusätzlich die energetischen und ökologischen Eigenschaften des Gebäudes, schützt die Dachhaut und erhöht deren Lebensdauer. Gleichzeitig unterstützt sie die zurückhaltende Einbindung des Neubaus in die Landschaft: Durch das Einschieben des Baukörpers in die vorhandene Hügelsituation und das begrünte Dach tritt das Gebäude gegenüber seiner Umgebung bewusst in den Hintergrund.

So entsteht ein Entwurf, der Barrierefreiheit, flexible Nutzung, natürliche Materialien und regenerative Energien mit einer eigenständigen architektonischen Gestaltung verbindet – und Bestand und Neubau zu einem funktionalen und gestalterischen Gesamtensemble zusammenführt.

Projekt
Erweiterung und Sanierung einer Mehrzweckhalle
Ort
79585 Steinen-Weitenau
Projektart
Leistungswettbewerb mit Stufenvergabe
Unsere Leistungen
Wettbewerb
Baujahr
Wettbewerb 2024
Bauweise
Holz-Hybridbau
Dachart
Satteldach inkl. Dachbegrünung
Fassade
WDVS mit Holzverkleidung
Mitwirkende
Ingo Herzog, Peter Herzog, Kevin Wetzel